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Ein naturnaher Garten bietet Tieren auch in der kalten Jahreszeit Nahrung und geschützte Rückzugsorte. Laub, Reisig und verblühte Stauden müssen deshalb nicht vollständig entfernt werden. Gleichzeitig ist der Herbst die richtige Zeit, um mit Frühblühern für erste Farbtupfer und wichtige Nahrungsquellen im kommenden Frühjahr zu sorgen.
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Biodiversität bedeutet gezieltes Belassen von Strukturen
Sobald das erste Herbstlaub fällt, beginnt in den Mietergärten der Herbstputz: Beete werden abgeräumt, Sträucher zurückgeschnitten und das letzte Laub sorgfältig zusammengeharkt. Doch was für Hobbygärtner nach Ordnung aussieht, bedeutet für viele Gartenbewohner oftmals das abrupte Ende ihres Lebensraums. Artenvielfalt und Biodiversität können dabei Schaden nehmen. Also besser den Garten bis zum Frühjahr sich selbst überlassen? Das sicherlich nicht. Der Schlüssel zu einem artenreichen Garten liegt keineswegs im Nichtstun, sondern im gezielten Belassen von Strukturen. Notwendige Schnitt- und Aufräumarbeiten können durch kleine Anpassungen problemlos mit einem naturnahen Ansatz verbunden werden, um wertvolle Kleinstlebensräume zu erhalten. Wer die Bedürfnisse von Igeln, Insekten und Vögeln bei den herbstlichen Arbeiten berücksichtigt, schafft nicht nur bessere Bedingungen für das Überleben zahlreicher Arten, sondern legt auch den Grundstein für ein gesundes, biologisch ausbalanciertes Gartenjahr.
Nach der Herbstpflege kommt ab November der Winterschlaf von Flora und Fauna
Der ideale Zeitraum für moderate Aufräumarbeiten liegt im Frühherbst vor den ersten Nachtfrösten, also in den Monaten September und besonders im Oktober. Jetzt ist das gärtnerische Engagement der Mieter gefordert. Danach sollte man allerdings die Pflegearbeiten zurückfahren. Denn sobald die Temperaturen dauerhaft sinken und der erste Frost einsetzt, gelangt der Garten in eine Ruhephase. Nicht nur die physiologischen Prozesse der Pflanzenwelt sind dann auf ein Minimum eingeschränkt; viele Bodenbewohner, Amphibien und Insekten befinden sich in ihren Winterquartieren und fallen in die Winterstarre. Ab jetzt gilt: So wenig Störung wie möglich.
Laub auf den Beeten als Schutzschicht für Pflanzen und Tiere im Winter
Auf Rasenflächen sollte Laub abgeharkt werden, um Fäulnis zu vermeiden. Das gesammelte Laub kann anschließend auf den Beeten, unter Hecken oder Gehölzbepflanzungen gleich mehrere wertvolle Funktionen übernehmen. Als natürlicher Mulch sorgt es für eine feuchte und isolierende Schicht, die die Verdunstung reduziert und Pflanzenwurzeln vor Frost schützt. Durch die Zersetzung werden Nährstoffe freigesetzt, die im Frühjahr beim Austrieb direkt verfügbar sind. Außerdem bietet das Laub auch Bodenbewohnern wie Regenwürmern, Tausendfüßlern und Schmetterlingspuppen eine frostfreie Umgebung. Zu größeren Haufen aufgeschichtet, finden darin auch Igel oder Erdkröten geschützte Winterquartiere.

Zur Wintervorbereitung bestehende Strukturen fördern und ergänzen
Neben den Pflegearbeiten lässt sich die Artenvielfalt im Garten auch bei der Vorbereitung auf den Winter durch das bewusste Erhalten und Ergänzen fester Strukturen fördern, zum Beispiel Nistkästen und Quartiere für das Frühjahr bereitstellen, Totholz im Baum erhalten, Vogeltränken auch im Winter anbieten und Insektenhotels, sofern vorhanden, wetterfest machen. Artenschutz im Garten ist kein kompliziertes Unterfangen, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Wer den herbstlichen Aufräumdrang an den richtigen Stellen bremst und bestehende Kleinststrukturen gezielt fördert, reicht der heimischen Tierwelt eine überlebenswichtige Hand durch die kalte Jahreszeit. Das Ergebnis ist ein Garten, der nicht nur gut durch den Winter kommt, sondern im Frühjahr zu vollem Leben erwacht.
Grundstein für blühende Farbpracht im Frühling wird im Oktober gelegt
Zum Frühlingserwachen gehören typische Blumen wie Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Schneeglöckchen oder Tulpen. Wer sich an der blühenden Farbenpracht ab März und April erfreuen möchte, muss strategisch handeln und spätestens im Oktober die Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen. Die Blüte im Frühling erfolgt dann quasi automatisch, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Warum schon im Oktober, vor der Frostperiode? Das hat einen einfachen Grund. Was viele nicht wissen: Zwiebeln brauchen die Winterkälte als “Blütenauslöser”, der Kältereiz aktiviert hier die spätere Blütenbildung. Wichtig ist dabei das richtige Setzen in die lockere Gartenerde. Wie tief? Als Faustregel gilt die zwei- bis dreifache Höhe der Zwiebel. Man sollte sie nicht in zu dichtem Abstand setzen. Je nach Größe werden 5-8 oder 10-15 cm empfohlen.
Krokusse sind eine frühe und nützliche Nahrung für Hummeln und Wildbienen
Wer im Herbst in seinem Mietergarten Krokusse oder Schneeglöckchen pflanzt, kann einen Beitrag zur Insektenvielfalt bereits in der ersten Phase des Frühjahrs leisten. Denn je nach Wetterlage blühen die Krokusse häufig schon ab Februar – ein Zeitpunkt, an dem ansonsten noch wenig Insektennahrung zur Verfügung steht. Gerade dann sind aber die überwinternden Hummelköniginnen auf den Nektar als Energiequelle und die Pollen als Eiweißquelle angewiesen. Ähnliches gilt auch für die Wildbienen. Besonders die kleinen, zierlichen Krokusse sind von Vorteil, da sie reichlich Blüten bilden. Experten empfehlen, sie in größeren Gruppen unter einem Baum, einem Strauch oder als kleine Inseln auf der Rasenfläche zu pflanzen.
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