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Am 12. September 2026 wurde der Vorplatz des Alten Rathauses zum Schauplatz eines besonderen Höhepunkts im Jubiläumsjahr der Baugenossenschaft Dormagen eG. Persönliche Redebeiträge erinnerten an bedeutende Stationen und Menschen der vergangenen 100 Jahre und nahmen zugleich die kommenden Aufgaben in den Blick. Anschließend feierten Mitglieder, Mitarbeitende und zahlreiche Gäste bei Musik, Kinderaktionen und vielen Begegnungen bis in den Abend.
Lesedauer: ca. 6 Minuten
100 Jahre im Zeichen der Gemeinschaft
Im Historischen Rathaus trafen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Planung und Wohnungswirtschaft auf Mitglieder, ehemalige Kolleginnen und Kollegen, das heutige Team der Baugenossenschaft sowie weitere Gäste aus dem Umfeld der BGD. Die Redebeiträge wurden aufmerksam verfolgt, danach blieb viel Zeit für persönliche Gespräche. Manche Begegnungen führten weit zurück, andere drehten sich um die Frage, wie gutes Wohnen in Dormagen künftig aussehen kann.
Das Motto „Vergangenheit würdigen. Verantwortung übernehmen. Zukunft gestalten.“ gab die Richtung vor. Sechs Rednerinnen und Redner näherten sich dem Jubiläum aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So entstand kein bloßes Protokoll aus Jahreszahlen und Bauvorhaben, sondern ein vielstimmiges Bild der Baugenossenschaft Dormagen eG.
Eine starke Idee seit 1926
BGD Vorstand Christian van Kan eröffnete den offiziellen Teil mit einer Erinnerung an die 19 Bürgerinnen und Bürger, die sich am 7. Dezember 1926 zusammenschlossen. Aus ihrem Entschluss entwickelte sich ein Unternehmen, das heute Tausenden Menschen ein Zuhause bietet. Der Vorstand machte zugleich deutlich, dass eine solche Entwicklung nie das Werk einzelner Personen ist. „Dieses Jubiläum gehört nicht Einzelnen. Es gehört allen, die aus Wohnungen ein Zuhause und aus Nachbarschaften Gemeinschaft gemacht haben“, sagte Christian van Kan.

Theodor Baikowski, Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Dormagen, lenkte den Blick auf ein Prinzip, das im Alltag leicht hinter Zahlen und Zuständigkeiten verschwindet: In einer Genossenschaft bestimmen die Mitglieder den Kurs mit. Dieses Zusammenspiel brauche Bereitschaft zum Zuhören, verlässliche Entscheidungen und Menschen, die Verantwortung übernehmen. „Eine Genossenschaft bleibt stark, wenn sie wirtschaftlich vernünftig handelt, ihre Werte bewahrt und ihren Mitgliedern zuhört“, fasste Theodor Baikowski zusammen.
Verbundenheit mit Dormagen und dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld beschrieb die Baugenossenschaft als festen Bestandteil der Stadt. Wo neue Wohnungen entstehen, vorhandene Häuser modernisiert und Nachbarschaften gestärkt werden, verändert sich schließlich auch Dormagen. Sein Beitrag machte deutlich, dass die Wirkung der BGD nicht an der Haustür endet. Sie reicht in Straßen, Viertel und in das tägliche Zusammenleben hinein.
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, setzte dazu den größeren wohnungswirtschaftlichen Rahmen. Bauen und Modernisieren werden teurer, Klimaschutz und technische Anforderungen anspruchsvoller, während bezahlbare Mieten unverzichtbar bleiben. Genossenschaften müssen diese Interessen immer wieder neu ausbalancieren. Gerade ihre langfristige Perspektive und die Bindung an ihre Mitglieder seien dabei eine besondere Stärke.
Geschichte besteht aus persönlichen Erinnerungen
BGD Vorstand Martin Klemmer nahm sich Zeit für die hoffnungsvollen und die schwierigen Kapitel der Unternehmensgeschichte. Er erinnerte an die ersten Wohnungen in der Helbüchelstraße, an Zerstörung und Wiederaufbau, an neue Siedlungen im wachsenden Dormagen und an die Modernisierungen der jüngeren Vergangenheit. Auch die Gleichschaltung während der nationalsozialistischen Herrschaft und der Ausschluss jüdischer Mitglieder blieben nicht ausgespart. Ein ehrlicher Rückblick, so der Tenor seiner Rede, darf unbequeme Teile der eigenen Geschichte nicht übergehen.
Nahbar wurde dieser Rückblick dort, wo aus Unternehmensgeschichte Lebensgeschichte wurde. Martin Klemmer erzählte exemplarisch unserer langjährigen Genossenschaftsmitglieder von Frau Moris, die er über viele Jahre begleiten durfte und mit der er ihren 100. Geburtstag feierte. Bei ihren Einladungen berichtete sie aus einem langen Leben mit der Baugenossenschaft. Solche Erinnerungen handeln vom ersten Weihnachtsfest in einer neuen Wohnung, von Kindern, die gemeinsam im Hof aufwuchsen, und von Nachbarinnen und Nachbarn, die zur Stelle waren, wenn Hilfe gebraucht wurde.

Martin Klemmer würdigte außerdem die Arbeit, die hinter einem verlässlichen Zuhause oft unsichtbar bleibt. Hauswarte, technische Mitarbeitende, Verwaltung und Quartiersarbeit sorgen täglich dafür, dass Anliegen nicht nur bearbeitet, sondern in ihrer persönlichen Bedeutung verstanden werden.
Im Frühjahr 2027 endet Martin Klemmers Zeit im Vorstand nach 17 Jahren bei der Baugenossenschaft Dormagen. Mit Christian van Kan und Viktoria Miller, wisse er die Verantwortung in guten Händen. Was bleiben soll, brachte er in einem Satz auf den Punkt: „Das Fundament unserer Baugenossenschaft besteht nicht aus Beton. Es besteht aus Gemeinschaft, Vertrauen und der Überzeugung, dass ein gutes Zuhause keine Ware wie jede andere ist.“
Mit Verantwortung in die Zukunft
BGD Vorständin Viktoria Miller knüpfte daran mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre an. Seit April 2026 gehört sie dem Vorstand an. Die Aufgaben sind vielfältig: Bestandsgebäude müssen technisch und energetisch weiterentwickelt, Barrieren abgebaut und neue Wohnungen unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen geplant werden. Gleichzeitig sollen die Mieten bezahlbar und Entscheidungen auf lange Sicht tragfähig bleiben.
Digitale Angebote können den Service schneller und einfacher machen. Den direkten Kontakt mit den Mitgliedern sollen sie jedoch ergänzen, nicht ersetzen. Auch künftige Projekte will die Baugenossenschaft deshalb daran messen, was sie den Menschen dauerhaft bringen. „Die nächsten 100 Jahre beginnen nicht irgendwann. Sie beginnen mit den Entscheidungen, die wir heute schon treffen“, schloss Viktoria Miller.

Gemeinsam feiern auf dem Rathausplatz
Vom Inneren des historischen Rathauses ging es zur großen Jubiläumsfeier mit Bühnenprogramm auf den Rathausvorplatz. Volker Rosin brauchte nicht lange, um die jüngsten Besucherinnen und Besucher zum Mitsingen und Tanzen zu bringen. Danach sorgten die Dormagener Band YEAH, Kaschämm aus Köln und schließlich Miljö für Musik bis in den Abend.
Abseits der Bühne gab es für Kinder kaum einen Grund, stillzustehen. Sie liefen durch den Dschungelparcours, sprangen auf der Hüpfburg oder warteten gespannt darauf, beim Kinderschminken ein kleines Kunstwerk aufs Gesicht gezaubert zu bekommen. Währenddessen fanden die Erwachsenen an Foodtrucks und Getränkeständen Zeit für Gespräche. Mitarbeitende, Mitglieder und Besucherinnen und Besucher mischten sich ganz selbstverständlich untereinander.
Dass die Jubiläumsfeier gut ankam, ließ sich weniger an einem einzelnen Programmpunkt als an der Atmosphäre ablesen. Die geladenen Gäste blieben nach dem offiziellen Teil, Familien machten es sich für mehrere Stunden auf dem Platz gemütlich und die Kinder pendelten begeistert zwischen Musik und Mitmachangeboten hin und her. Noch am späten Abend wurde vor der Bühne getanzt. Als das Fest um 23 Uhr endete, lag ein langer, gelungener Tag hinter der Baugenossenschaft Dormagen und allen Beteiligten.

Die Jubiläumsfeier im digitalen Rückblick
Wer den Tag noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet auf der Seite der Jubiläumsfeier eine Bilderstrecke mit vielen Momenten vom Empfang und vom Rathausplatz. Dort sind außerdem die Kerngedanken der Reden und das Bühnenprogramm dokumentiert.
Von der Jubiläumsseite aus lässt sich die Geschichte der BGD weiter erkunden. Die Seite zur Jubiläumsfeier ist Teil des umfangreichen Online-Angebots zum 100-jährigen Bestehen der Baugenossenschaft Dormagen eG. Im Jubiläumsbereich können Interessierte durch die verschiedenen Zeitabschnitte der Genossenschaftsgeschichte stöbern, Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen lesen und mehr über die Ausstellung sowie das Jubiläumsbuch erfahren.
Weitere Informationen und Impressionen:
Ein Dank an alle Beteiligten
Hinter der Jubiläumsfeier auf dem Rathausplatz lagen viele Wochen Vorbereitung und das Engagement zahlreicher Beteiligter. Die Baugenossenschaft Dormagen bedankt sich bei ihren Mitgliedern und Mitarbeitenden und bei allen, die ihr seit vielen Jahren verbunden sind. Dazu gehören Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Politik, Stadtverwaltung und Wohnungswirtschaft ebenso wie Menschen aus Architektur, Planung und Handwerk sowie langjährige Geschäfts- und Dienstleistungspartner. Ein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam rund um Marc Pesch und allen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen.
Weitere Informationen:
Interne Links:
- Baugenossenschaft Dormagen eG
- Neues Stadtquartier Horrem
- 100 Jahre BGD – Mitgliederfeier zum Jubiläum
- Das Jubiläumsbuch
- Die Ausstellung zum Jubiläum
- Zeitzeugenbericht aus 100 Jahren Geschichte der BGD
- 100 Jahre Zuhause schaffen – Die Baugenossenschaft Dormagen eG feiert 2026 Jubiläum
Externe Links:
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© Beitragsbilder 1, 3 und 4: Baugenossenschaft Dormagen eG
© Beitragsbild 2, Titelbild und Vorschaubild: Graça Darius Bialojan, www.mangual.de

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