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Vorstände vor Gebäude

Titelthema: Bezahlbares Wohnen & soziale Verantwortung

Im Gespräch mit Viktoria Miller – Neue Vorständin der Baugenossenschaft Dormagen eG

Dormagen | 29.06.2026

Seit dem 1. April 2026 verstärkt Viktoria Miller den Vorstand der Baugenossenschaft Dormagen eG. Im Interview spricht sie über ihre ersten Erfahrungen, ihren beruflichen Werdegang sowie über die Herausforderungen und Zukunftsthemen der Genossenschaft.

 

Lesedauer: ca. 5 Minuten

 

Frau Miller, seit dem 1. April 2026 sind Sie Mitglied des Vorstands der Baugenossenschaft Dormagen eG. Wie erleben Sie Ihre ersten Wochen in der neuen Funktion?

Meine ersten Wochen waren intensiv und bewusst geprägt von vielen Begegnungen und interessanten Gesprächen. Mir ist es wichtig, mir früh ein klares Bild zu machen, von den Themen, den Strukturen und den Menschen, die unsere Baugenossenschaft Dormagen eG ausmachen. Ich habe von Beginn an den Austausch mit Mitarbeitenden, Mitgliedern und Partnern gesucht und schätze die offene und respektvolle Kommunikation. Denn gute Entscheidungen setzen voraus, dass man die Perspektiven kennt. Darauf möchte ich aufbauen und die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre gemeinsam weiterentwickeln.

 

Besonders begrüße ich es, dass ich bis zum Frühjahr 2027 gemeinsam mit unserem Vorstandskollegen Martin Klemmer zusammenarbeiten kann, bevor er in den wohlverdienten Ruhestand geht. In dieser Zeit habe ich die Möglichkeit, Wissen gezielt zu übernehmen und gleichzeitig Verantwortung schrittweise weiterzuentwickeln. Das sorgt für Stabilität und Kontinuität – ein großer Vorteil für unsere Mitglieder und unsere Genossenschaft.

 

Für mich ist das kein „Neustart auf der grünen Wiese“, sondern ein Weiterbauen auf etwas, das gewachsen und erfolgreich ist. Und genau darin sehe ich die Aufgabe des Vorstandsteams: mit Christian van Kan, Martin Klemmer und mir, aber auch des gesamten BGD-Teams: Bewährtes zu stärken und gleichzeitig dort neue Impulse setzen, wo sie notwendig sind und die Zukunft unserer Baugenossenschaft aktiv zu gestalten. Ich freue mich sehr darauf, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

 

Sie bringen einen außergewöhnlichen beruflichen Hintergrund mit. Was zeichnet Ihren Werdegang aus?

Wenn ich zurückblicke, sehe ich vor allem eines: einen Weg, der sich Schritt für Schritt entwickelt hat und der mich heute genau an diesen Punkt geführt hat. Mein Werdegang ist vielleicht nicht ganz klassisch, aber genau das sehe ich als großen Vorteil.
Ich habe im technischen Umfeld begonnen, im Groß- und Außenhandel mit Schwerpunkt Sanitär- und Heizungstechnik, anschließend Architektur studiert und mehrere Jahre als Architektin gearbeitet. Später habe ich im Bau- und Immobilienmanagement einer Genossenschaftsbank Führungsverantwortung übernommen. Diese Stationen haben mich geprägt. Ich habe gelernt, Dinge technisch zu verstehen, sie gestalterisch zu denken und gleichzeitig wirtschaftlich einzuordnen.
Heute hilft mir genau diese Verbindung dabei, Entscheidungen nicht nur aus einer einzelnen Perspektive zu treffen, sondern Zusammenhänge wirklich zu durchdringen und ganzheitlich zu betrachten.

 

Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Tätigkeit möchten Sie in die Baugenossenschaft Dormagen einbringen?

Ich habe viele Projekte begleitet, vom ersten Konzept bis zur Umsetzung, und gleichzeitig Bestände langfristig weiterentwickelt. Dabei ging es immer um mehr als reine Bauprojekte, sondern auch um die Menschen, die darin leben oder arbeiten sowie um nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Lösungen.
Was ich daraus mitnehme, ist ein sehr ganzheitlicher Blick:
Wie entwickeln wir sinnvoll weiter?
Was ist wirtschaftlich tragfähig?
Und vor allem: Was sind die Bedürfnisse unserer Mitglieder?
Wirtschaftliche Stabilität und Mitgliederorientierung sind für mich kein Widerspruch, sondern gehören zwingend zusammen.
Genau diese Fragen treiben mich an und ich möchte sie gemeinsam mit dem Team beantworten.

 

Viktoria Miller
Seit April 2026 gehört Viktoria Miller dem Vorstand der Baugenossenschaft Dormagen eG an. Im persönlichen Austausch mit Mitgliedern, Mitarbeitenden und Partnern sieht sie eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Genossenschaft. © Baugenossenschaft Dormagen eG

 

Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Mitgliedern, Geschäftspartnern und dem Team besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass Zusammenarbeit sich gut anfühlt und gleichzeitig klar, verlässlich und transparent ist.
Gleichzeitig erwarte ich, dass Themen offen angesprochen werden, denn nur so entstehen tragfähige Lösungen. Vertrauen entsteht nicht nur durch große Gesten, sondern im Alltag in vielen kleinen Momenten.
Ich bin davon überzeugt, dass wir die besten Lösungen finden, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Niemand hat allein die perfekte Antwort.
Die genossenschaftliche Idee bedeutet für mich genau das: Verantwortung gemeinsam tragen, miteinander arbeiten und sich aufeinander verlassen können sowie verbindlich handeln.

 

Welche Themen sehen Sie für die Zukunft der Baugenossenschaft Dormagen eG als besonders wichtig an?

Wir stehen vor großen Aufgaben und ich erlebe viele dieser Themen nicht nur fachlich, sondern auch ganz persönlich als relevant.
Dazu gehören insbesondere nachhaltiges Bauen, energetische Modernisierung und die Sicherstellung von bezahlbarem Wohnraum. Gleichzeitig wird es entscheidend sein, unseren Bestand wirtschaftlich sinnvoll weiterzuentwickeln und zukunftsfähig auszurichten. Die Herausforderung liegt darin, klare Prioritäten zu setzen und verantwortungsvoll abzuwägen. Wir müssen wirtschaftlich stabil bleiben und gleichzeitig unserem genossenschaftlichen Auftrag gerecht werden.
Mein Anspruch ist es, diese Balance aktiv zu steuern.

 

Was möchten Sie den Mitgliedern der Baugenossenschaft Dormagen eG zum Abschluss mit auf den Weg geben?

Mir ist der direkte Austausch mit unseren Mitgliedern sehr wichtig und ich suche ihn ganz bewusst.
In den ersten Wochen habe ich bereits an verschiedenen Mieterveranstaltungen und Gesprächsrunden teilgenommen. Diese Begegnungen sind für mich kein „Programmpunkt“, sondern ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Denn nur so bekomme ich ein klares Bild davon, was unsere Mitglieder tatsächlich bewegt. Gleichzeitig ist mir wichtig, Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern sie auch transparent zu erläutern. Ich habe dabei sehr deutlich erlebt: Wenn wir unsere Beweggründe offen darlegen, stoßen viele Entscheidungen auf Verständnis und werden von unseren Mitgliedern mitgetragen. Genau diesen Anspruch habe ich: Klarheit schaffen und Verlässlichkeit geben.
Ich werde auch künftig den Dialog aktiv suchen und weiter ausbauen. Denn mein Ziel ist es, die Baugenossenschaft gemeinsam mit unseren Mitgliedern weiterzuentwickeln, auf einer Grundlage, die von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis geprägt ist.
Die Baugenossenschaft Dormagen eG ist für mich eine starke Gemeinschaft. Lassen Sie uns die Zukunft unserer Genossenschaft gemeinsam gestalten.

 

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© Beitragsbild und Vorschaubild: Baugenossenschaft Dormagen eG

© Titelbild: Foto: Sharon Nathan, Baugenossenschaft Dormagen eG

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