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Beete in und vor Mietergärten

Gemeinschaft: Soziale Aspekte

Richtige Pflege des Mietergartens trotzt der Sommerhitze

Dormagen | Martin Klemmer | 29.06.2026

Hitze und Trockenheit stellen Pflanzen, Tiere sowie Gärtnerinnen und Gärtner zunehmend vor Herausforderungen. Mit einfachen Maßnahmen wie Mulchen, gezielter Bewässerung und einer naturnahen Gestaltung lassen sich Mietergärten auch in heißen Sommermonaten gesund erhalten und zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten schaffen.

 

Lesedauer: ca. 3 Minuten

 

Schutzraum für Pflanzen und Tiere durch Konzepte der Biodiversität

Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt und mit ihr die Trockenheit. Auch in der Region von Dormagen kann man den zunehmenden Extrem-Temperaturen kaum entgehen. Das heiße Pfingstwochenende lieferte bereits einen Vorgeschmack. Was aber hilft bei längeren Hitzeperioden? Mit einem naturnahen Garten mit artenreicher (biodiverser) Flora und Fauna lässt sich den extremen Klimaverhältnissen am besten Paroli bieten. Es geht hierbei nicht nur um die richtige Auswahl der Pflanzen oder um den Gemüseanbau. Die Versorgung des Gartens mit Wasser und Feuchtigkeit ist jetzt besonders wichtig. Die Bedeutung von morgendlichem Tau als wichtigem Feuchtigkeitsspender wird häufig unterschätzt. Denn im Sommer verdunstet das wertvolle Nass aus der Nacht tagsüber sehr schnell wieder. Um den Tau länger im Blumen- oder Gemüsebeet zu halten, ist ein Gartenvlies als Abdeckung zu empfehlen. Unter dem Vlies entsteht ein ganz eigenes Mikroklima. Es sorgt dafür, dass die Erde weniger schnell austrocknet und die morgendliche Nässe länger hält.

 

Mulchen fördert das wichtige Bodenleben und hemmt den Unkrautwuchs

Weiterhin ratsam ist im beginnenden Hochsommer das Aufbringen von Mulch. Die Beete können so an der Oberfläche mit Kompost oder Grünzeug bedeckt werden. Das Streugut verlangsamt das Austrocknen des Bodens durch die Sonneneinstrahlung und vermeidet zugleich eine Verschlämmung bei starken sommerlichen Wolkenbrüchen. Außerdem fördert das Mulchen das für die Biodiversität wichtige Bodenleben und hemmt den Unkrautwuchs. Die Erde sollte regelmäßig aufgelockert werden. So bleibt nach Regenfällen mehr Feuchtigkeit im Boden und verdunstet nicht so schnell. Bester Zeitpunkt zum Gießen ist in der Regel später am Abend oder – für Frühaufsteher – nach Sonnenaufgang, damit die Sonnenhitze das Nass nicht schnell wieder verdunsten lässt.

 

Mietergärten Rosenbogen
Grüne und blühende Außenanlagen erhöhen nicht nur die Wohnqualität, sondern unterstützen auch die natürliche Klimaregulierung. Mit der richtigen Pflege und einer vielfältigen Bepflanzung bleiben Mietergärten selbst an heißen Sommertagen lebendige Wohlfühlorte. © Baugenossenschaft Dormagen eG

 

Auch im Hochsommer können noch blühende Stauden gepflanzt werden

Übrigens lassen sich auch noch im Juni und Juli neue, bunt blühende Staudenbeete anlegen. Dabei gilt es allerdings einige Dinge zu beachten: Die Pflanzung sollte nur an bewölkten Tagen oder am Abend vorgenommen werden. Topfballen müssen zuvor ausgiebig gewässert werden. Nach dem Pflanzen ist es notwendig, die Stauden zwei bis drei Wochen regelmäßig zu gießen, bis sie ausreichend eingewurzelt sind. Generell lohnt es sich, bereits blühende Containerpflanzen aus der Gärtnerei oder dem Gartenmarkt zu setzen, um noch im gleichen Sommer einen guten Blüteneffekt zu haben. Es sollte ferner auf die Bio-Qualität der Stauden geachtet werden. Denn nicht selten sind sie bereits in den Gartenmärkten mit Pestiziden belastet. Für naturnahe und insektenfreundliche Beete empfehlen Experten beispielsweise Sonnenhut, Katzenminze, Schafgarbe oder Wiesenknopf. Gut sind auch Wildblumen, Kräuter und regionale Sträucher. Heimische Arten liefern deutlich mehr Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten als exotische Zierpflanzen.

 

Flache Wasserschalen an schattigen Plätzen sind Rückzugsorte für Vögel und Insekten

Der naturnahe Garten sollte ein Schutzraum für Tiere sein. Schon kleine Veränderungen können Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung, Wasser und Rückzugsorte bieten. Während heißer Sommer leiden viele Kreaturen unter der Trockenheit. Flache Wasserschalen an schattigen Plätzen helfen Vögeln, Insekten und Amphibien. Ein kurz geschnittener Rasen bietet kaum Nahrung oder Schutz. Wer seltener mäht und Blüh-Inseln stehen lässt, unterstützt viele Insektenarten. Nicht jede Fläche muss perfekt gepflegt sein. Eine kleine wilde Ecke mit hohem Gras, Totholz oder Laub bietet Lebensraum für zahlreiche Arten. Davon profitieren Wildbienen, Käfer, Igel und Vögel. Nicht zu vergessen: Das Wasser in den Schalen muss aus hygienischen Gründen regelmäßig erneuert werden.

 

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© Beitragsbild, Titelbild und Vorschaubild: Baugenossenschaft Dormagen eG

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