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Die Baugenossenschaft Dormagen eG wurde vor 100 Jahren gegründet, um dringend benötigte Wohnungen und Häuser für die Arbeiter in Dormagen zu bauen. Dieser solidarische Grundgedanke, bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum für die BGD Mitglieder zu schaffen, ist bis heute unser Kernanliegen. Fest verwurzelt ist auch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Dormagen, die von Anfang an eine wichtige Stütze bei der Umsetzung der Bauprojekte der Genossenschaft war.
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Bezahlbarer Wohnraum für alle: Wenn aus Engagement etwas Großes entsteht
Dass das Anliegen, sozialen und preiswerten Wohnraum zu schaffen, keine leere Floskel ist, beweist die Gründungssatzung der Baugenossenschaft Dormagen. In den Goldenen Zwanzigern war bezahlbarer Wohnraum für Arbeiter und Angestellte schwer zu finden. Es mussten dringend neue Häuser und Wohnungen für die Menschen in Dormagen her, die in unmittelbarer Nähe ihrer Arbeitsstätten, der Fabriken und Werke, leben wollten. Aus dieser Notwendigkeit heraus wurde am 7. Dezember 1926 die Gemeinnützige Baugenossenschaft Dormagen e.G.m.b.H. gegründet.
Solidarischer Gedanke von Anfang an
Das Ziel der Genossenschaft war es laut Gründungssatzung „minderbemittelten Familien oder Personen gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen zu verschaffen.” Dieser genossenschaftliche Grundgedanke, dass bezahlbarer und gleichzeitig lebenswerter Wohnraum für Menschen mit unterschiedlichen Einkommen ermöglicht werden soll, ist heute noch Kerngedanke der BGD.
Mit der Gründung der IG Farben im Jahr 1925 und der Investition des Konzerns in den Standort Dormagen mit Werkserweiterung 1928, wurden viele neue Mitarbeiter benötigt. Diese Aussicht lockte zahlreiche Industriearbeiter, Kaufleute und Ingenieure aus ganz Deutschland nach Dormagen, was den bis dahin größten Bevölkerungszuwachs in der Stadt verursachte. Da diese neuen Arbeiter in der Nähe des Werks wohnen wollten, musste eine dauerhafte Lösung zur Unterbringung der vielen Menschen her.

Kooperation zwischen der Baugenossenschaft Dormagen und IG Farben
Die Baugenossenschaft Dormagen wurde nach ihrer Gründung sowohl von der Gemeinde als auch von IG Farben unterstützt. Die Gemeinde Dormagen war als juristische Person seit Beginn ordentliches Mitglied der Genossenschaft und hielt eine größere Anzahl Genossenschaftsanteile. Die IG Farben war ebenfalls seit der Gründung Mitglied der Genossenschaft und hielt auch größere Anteile. Durch diese Form der Kooperation profitierten alle Parteien. Die Genossenschaft verfügte dadurch über eine stabile Finanzierung und enge Kontakte in die Verwaltung, die Gemeinde und IG Farben erhielten mit der Genossenschaft einen verlässlichen Partner, der die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt verbesserte.

Die Baugenossenschaft gewinnt neue Mitglieder
Auch die Mitgliederzahlen der Genossenschaft wuchsen stetig. Im Dezember 1926 zählte die Genossenschaft 19 Mitglieder, Anfang Mai 1927 waren es bereits 81, Ende des Jahres 101 Mitglieder. Im Jahr 1939 zählte die Genossenschaft 200 Mitglieder. Die Mitglieder stammten dabei nicht nur aus Dormagen, sondern auch aus umliegenden Dörfern und Siedlungen. Die meisten Mitglieder waren Arbeiter oder Angestellte, von den 76 Privatpersonen im Mitgliederverzeichnis im Mai 1927 arbeiteten 70 im Handwerk, in der Industrie und der Verwaltung. Etwa 30 Personen darunter waren beim Werk der IG Farben in Dormagen beschäftigt.
Die ersten Häuser der Genossenschaft entstehen
1927 wurden an der Helbüchelstraße 2-24 die ersten Häuser der Baugenossenschaft Dormagen gebaut. In den Mehrparteienhäusern gab es 20 Wohnungen mit 64 Zimmern sowie 20 Mansardenzimmer im Dachgeschoss. 1928 kamen 35 Wohnungen hinzu und ein ganzer Straßenzug mit Häusern der Genossenschaft entstand. Nach diesen ersten erfolgreichen Bauprojekten der Genossenschaft wurden 1929 im Südwesten von Dormagen die nächsten Häuser gebaut. An der Nettergasse, der Heinrich-van-Achten-Straße, der Heimbachstraße und der Jussenhovener Straße entstand ein Ensemble von Wohnhäusern. Die Häuser und Grundstücke sind bis heute im Besitz der Baugenossenschaft und wurden mehrfach modernisiert. In der Helbüchelstraße am alten Marktplatz entstand nach dem Rückbau der ursprünglichen Bestandsbauten ein Teil des neuen Quartierprojektes „Höfe am alten Wochenmarkt“, heute mit 23 modernen, barrierearmen Wohnungen sowie einer Einrichtung zur Tagespflege und 2 Wohngruppen für Senioren in Kooperation mit der Diakonie.

Rund 90 Wohnungen innerhalb von vier Jahren
Dank der engen Zusammenarbeit mit der Stadt und der IG Farben konnte die Baugenossenschaft Dormagen ihre Wohnprojekte finanzieren. Die IG Farben stellte Eigenkapital und ein günstiges Privatdarlehen bereit, wofür einige Wohnungen an Werksmitarbeiter vermietet werden mussten. Weitere Mittel kamen aus der öffentlichen Bauförderung. Durch diese Unterstützung konnten die ersten 20 Wohnungen in der Helbüchelstraße gebaut und im Dezember 1927 bezogen werden. Die IG Farben war mit dem Ergebnis zufrieden und finanzierte die Bauprojekte von 1928 und 1929 fast vollständig. Dafür erhielt die IG Farben mehr Mitspracherecht sowie Einfluss auf die Architektenwahl. Insgesamt entstanden elf Gebäude mit verschiedenen Wohnungstypen, ein Teil der Wohnungen war für Mitarbeiter der IG Farben vorgesehen, über deren Vergabe die Sozialabteilung des Konzerns entschied. Durch diese Kooperation konnte die Genossenschaft in ihrer Anfangszeit innerhalb von etwa vier Jahren rund 90 Wohnungen in Dormagen und damit dringend benötigten Wohnraum schaffen.
Weitere Informationen:
Interne Links:
- 100 Jahre. Ein Zuhause für Generationen
- 1926 -1932. Gründung
- BGD Wohnen – Baugenossenschaft Dormagen eG
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© Beitragsbild, Titelbild und Vorschaubild: Baugenossenschaft Dormagen eG

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