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Ostern wird in ganz Europa gefeiert, doch die Traditionen unterscheiden sich von Land zu Land. Ein Blick nach Schweden und Italien zeigt, wie vielfältig das Fest gestaltet wird. Zwischen fröhlichen Frühlingsbräuchen im Norden und stark religiös geprägten Feierlichkeiten im Süden wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen das Osterfest begehen und wie reich die kulturellen Traditionen Europas sind.
Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Menschen in Schweden und in Italien feiern Ostern unterschiedlich
Ob Schweden im hohen Norden oder Italien tief im Süden unseres Kontinents – Ostern ist überall ein Fest für die Familie und stets von leckeren Speisen begleitet. Das sind beinahe auch schon alle Gemeinsamkeiten bei den Osterbräuchen beider Länder. Aber gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit dürfte für unsere Leserinnen und Leser spannend und wissenswert sein. Sie öffnet den Blick in die jeweils verschiedenen landestypischen Ostertraditionen, die als Ganzes die kulturelle Vielseitigkeit Europas ausmachen. Frage: Wo würden Sie denn gerne einmal das Osterfest mitfeiern?
Kleine Osterhexen sorgen zu Ostern in Schweden für ein fröhlich-freches Treiben
Reisen wir zunächst in das Land von Astrid Lindgren und ABBA. In Schweden heißt Ostern „Påsk“. Da der dunkle Winter hier mitunter noch nicht dem Frühling Platz gemacht hat, feiern die Schweden erst recht besonders fröhlich und bunt. Die Auferstehung Christi spielt heute in dem säkularisierten Land für viele Menschen zwar nicht mehr die Hauptrolle. Dennoch besuchen immer noch zahlreiche Familien am Karfreitag und Ostersonntag den Gottesdienst. Die bekannteste Ostertradition aber gilt, typisch Schweden, den Kindern: Verkleidet als kleine freche Osterhexen („Påskkärringar“) mit Kopftuch und bemalten Wangen ziehen sie von Haus zu Haus, überreichen selbstgemalte Karten und fordern dafür ein paar Süßigkeiten ein. Hexen spielen im alten schwedischen Volksglauben eine wichtige Rolle. Sie sollen jedes Jahr zu Ostern zu einem Berg mit dem geheimnisvollen Namen „Blåkulla“ geflogen sein. Aber es geht auch bunt und farbenfroh zu: Birkenzweige, die in dieser Jahreszeit zumeist noch keine grünen Blätter tragen, werden mit bunten Federn geschmückt. Man will hier vermutlich dem Frühling endgültig auf die Sprünge helfen – auch mit Hilfe einer gelben Dekoration der Häuser, welche die Sonne symbolisiert, oder mit bunt bemalten großen Ostereiern aus Pappe.
Leckere Fischgerichte kommen auf den Tisch und danach ein eiskalter Aquavit
Die Schweden wissen beim Osteressen durchaus zu schlemmen. So gibt es vor allem viele Fischgerichte wie eingelegte Heringe, geräucherten oder gebeizten Lachs, Kaviar mit Eiern sowie einen würzigen Kartoffel-Sardellen-Auflauf, den „Janssons frestelse“. Aber auch kleine Würstchen, Fleischbällchen und Käse mit dem berühmten schwedischen Knäckebrot gehören dazu und runden zusammen mit viel Schokolade und anderen Süßigkeiten den Speiseplan ab. Dazu gehören natürlich ein gut gezapftes Bier und ein eiskalter Aquavit. Die Kinder erhalten ein alkoholfreies, malziges Erfrischungsgetränk, den „Påskmust“. Alles in allem ist Ostern in Schweden ein fröhliches Frühlingsfest, das weniger kirchlich ausgerichtet ist als in Südeuropa.
In Italien ist Ostern eines der wichtigsten religiösen Feste für die ganze Familie
Das ist im katholisch geprägten Italien in der Tat völlig anders. Dort ist das Osterfest („Pasqua“) eines der wichtigsten religiösen Feste des Jahres, das feierlich und stark familienorientiert begangen wird. International bekannt ist die Ostermesse im Petersdom im Vatikan und der päpstliche Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis). Dieses Jahr wird er erstmals von Papst Leo XIV gespendet, der im Mai letzten Jahres vom Konklave gewählt wurde. Daneben gibt es in vielen italienischen Städten große Karfreitagsprozessionen. In Florenz findet das „Scoppio del Carro“ statt, wobei vor dem Dom Cattedrale di Santa Maria del Fiore ein historisches Gefährt mit Feuerwerk entzündet wird.
Ein ausgedehntes Ostermahl mit mehreren Gängen ist Höhepunkt des Ostersonntags
Der Ostersonntag gehört ganz und gar der Familie, die in Italien bekanntermaßen traditionell viele Köpfe zählt. Höhepunkt des Beisammenseins ist ein ausgedehntes, kulinarisch opulentes Ostermahl, das mehrere Gänge umfasst. Und was kommt da so auf den Esstisch der Italiener? Zum Beispiel Lamm, gebraten oder geschmort, Torta Pasqualina, eine herzhafte Torte mit Spinat, Ricotta und ganzen Eiern, Colomba Pasquale, ein süßer Hefekuchen in Form einer Taube sowie hart gekochte Eier als Symbol für neues Leben. Die Bambini mögen allerdings lieber große Schokoladeneier mit kleinen Überraschungen im Inneren.

Der Ostermontag gehört den Outdoor-Aktivitäten und Picknicks mit Freunden
Auch der Ostermontag spielt in Italien eine große Rolle und wird „Pasquetta“ (kleines Ostern) genannt. Der Feiertag spielt sich dann weniger am häuslichen Esstisch als vielmehr im Freien ab. Denn die wärmeren Temperaturen des mediterranen Südens machen Lust auf Outdoor-Aktivitäten. Dazu zählen Ausflüge ins Grüne. Dorthin werden kurzerhand auch die kulinarischen Ostergenüsse verlegt. Beim geselligen Picknick mit Freunden und Familie wird nach Herzenslust gegrillt und die Steaks und Würstchen dann zusammen mit den mitgebrachten Speisen verzehrt.
Warum bringt eigentlich der Osterhase die Eier und andere Geschenke für die Kinder?
Und hierzulande? Da freuen sich jetzt vor allem die kleineren Kinder auf den Osterhasen. Woher stammt dieser Brauch eigentlich und warum ein Hase? Der Osterhase, so wird berichtet, geht auf den Heidelberger Arzt Georg Franck von Franckenau zurück, der 1682 in einer Abhandlung über Ostereier über einen Hasen schrieb, der Eier versteckt. Der Brauch war anfangs hauptsächlich im Südwesten Deutschlands bekannt, breitete sich aber schnell auf das ganze Land aus. Doch warum wurden gerade den Langohren diese für unsere Kinder so bedeutende Aufgabe zuteil? So ganz sicher sind sich die Historiker da nicht. Aber der Hase gilt schon seit der Antike als Symbol für Fruchtbarkeit – ähnlich wie die Eier – und für neues Leben. Und das passt dann doch ganz gut zum Frühling und zum Osterfest.
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