
Infos, Berichte, Tipps & vieles mehr…

Der Bau des neuen Stadtquartiers Dormagen-Horrem schreitet voran. Mit dem Gütesiegel KlimaQuartier.NRW wurde das Projekt bereits vor Baubeginn für sein zukunftsweisendes Konzept ausgezeichnet. Doch was verbirgt sich hinter diesem Qualitätsstandard und wie werden die Anforderungen in den Bereichen Energie, Umwelt, Wohnen und Quartiersentwicklung konkret umgesetzt?
Lesedauer: ca. 4 Minuten
Umsetzung der Qualitätsstandards im neuen Stadtquartier Dormagen-Horrem
Dem Projekt neues Stadtquartier Dormagen-Horrem wurde bereits vor Baubeginn das Gütesiegel KlimaQuartier.NRW verliehen. Laudatio und Urkundenverleihung erfolgten im Rahmen des Ersten Spatenstichs im August 2025. Die Kriterien dieser Auszeichnung, die in Nordrhein-Westfalen bis jetzt nur für 28 Wohnungsbauvorhaben vergeben wurde, sind streng. Der Begriff KlimaQuartier umfasst nicht nur die auf den Klimaschutz und die Energieeinsparung bezogenen Maßnahmen. Er reicht wesentlich weiter und beinhaltet einen neuen ganzheitlichen Standard, der auch soziale, ökonomische und städtebauliche Aspekte berücksichtigt. Neben dem Klimaschutz rückt dabei zusätzlich die Wohn- und Lebensqualität im Quartier in den Vordergrund. Mittlerweile befindet sich der erste Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers in der Realisierungsphase. Am 26. Juni 2026 wird Richtfest gefeiert. Künftig geht es dann an die Umsetzung der Qualitätsstandards, die mit dem KlimaQuartier.NRW verbunden sind.
Der Solarstrom als wesentliche Energiequelle für die Haustechnik
Ein erster wesentlicher Teilbereich ist die energetische Qualität der Gebäude und das zugehörige Energiekonzept bis hin zur Elektromobilität. Um die CO2-Emissionen zu reduzieren, setzt das Konzept bei Strom und Heizung verstärkt auf regenerative, statt auf fossile Energiequellen. Darüber hinaus sollen moderne Einsparpotenziale für Energie genutzt werden. Dazu zählt beispielsweise die Heizung mit Luft-Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit einer Fußbodenheizung. Der Strom für die Wärmepumpen wird vorrangig aus den Photovoltaik-Anlagen bezogen. Jedes Gebäude erhält auf dem Flachdach effiziente und moderne PV-Module. Die Warmwasserversorgung erfolgt dezentral über elektrische Durchlauferhitzer. Ferner vorgesehen sind bei Bedarf zusätzliche Photovoltaik-Anlagen. Über den Solarstrom wird die allgemeine Gebäudetechnik (u.a. Heizung, Entlüftung und Aufzüge) versorgt und ein Mieterstrommodell aufgestellt. Ein etwaiger Stromüberschuss wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist.

Verknüpfung von Lebensqualität und Natur in einem städtischen Umfeld
Bedeutende Qualitätsstandards beinhaltet das Konzept für das neue Stadtquartier im ökologischen Bereich. Der Begriff „grünes Quartier“ beinhaltet eine Reihe von architektonischen sowie landschaftsarchitektonischen Charakteristika. Er verknüpft in unterschiedlichen Bereichen Lebensqualität und Natur in einem städtischen Umfeld. Im Bereich der Bebauung bilden grüne Fassaden und begrünte Flachdächer eine natürliche Schutzfunktion gegen sommerliche Hitze und sorgen in den Wohnungen auch bei hohen Außentemperaturen für ein erträgliches Raumklima, auch ohne technische Hilfsmittel wie Klimaanlagen. Das neue Quartier ist vor allem durch eine grüne Landschaftsarchitektur geprägt. Zwischen den Gebäuden entstehen „grüne Fugen“ und Freiflächen. Der grüne Saum, der das Quartier begrenzt, bleibt erhalten und wird neu gestaltet. Im Vordergrund stehen ferner Flächen für die Wasserhaltung in Mulden sowie bepflanzte Zonen, die Lebensraum für Tiere und und eine hohe Artenvielfalt bieten und mit ihrer Verdunstungskälte das Mikroklima im Quartier verbessern. Auf diese Weise bleibt auch die Bodenversiegelung auf den nicht bebauten Flächen stark begrenzt.
Der Stadtteil Horrem zeichnet sich bereits heute durch seinen gewachsenen und wertvollen Baumbestand aus. Diese grüne Qualität wird im neuen Stadtquartier am Kastanienweg gezielt weiterentwickelt. Für die künftige Allee werden Bäume ausgewählt, die das Quartier langfristig bereichern und das Erscheinungsbild der Wohnumgebung nachhaltig aufwerten. Die neuen Bäume leisten dabei weit mehr als einen gestalterischen Beitrag. Sie spenden Schatten, verbessern die Luftqualität und tragen dazu bei, die Auswirkungen zunehmend heißer Sommer abzumildern. Durch ihre kühlende Wirkung schaffen sie angenehme Aufenthaltsbereiche und „kleine Oasen“ im Freien und erhöhen den Wohnkomfort für die Bewohnerinnen und Bewohner. Solche „Pocket Parks“ leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas und gelten als wirksames Instrument zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Damit sind sie ein weiterer Baustein des ganzheitlichen Konzepts für das zukunftsfähige und lebenswerte Stadtquartier Dormagen-Horrem.

Ökonomische Nachhaltigkeit als Voraussetzung für langfristiges Wohnen
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ mag heutzutage sehr überstrapaziert sein – für das KlimaQuartier.NRW und seinen ganzheitlichen Ansatz besitzt er eine konkrete Bedeutung auch im ökonomisch-sozialen Bereich. Das neue Stadtquartier Dormagen-Horrem rückt nicht nur die Natur, sondern auch seine Bewohner in den Blickpunkt. Die Architektur der Wohngebäude ist darauf ausgerichtet, langfristiges und bezahlbares Wohnen für Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten, Altersgruppen und Lebenssituationen zu ermöglichen. Bei der Umsetzung dieser genossenschaftlichen Standards spielt die Ökonomie eine tragende Rolle. Zum einen lassen sich die Vorstellungen nur durch kostengünstiges Bauen in Verbindung mit staatlicher Förderung realisieren. Entscheidend ist darüber hinaus die Kostenentwicklung in der Bauphase und beim späteren Betrieb des Wohnquartiers. Dazu zählen nicht nur die Wohngebäude, sondern auch die geplante Infrastruktur, die Instandhaltung des Wegenetzes für Fußgänger und Radfahrer, die Mobil-HUBs sowie die Schaffung sozialer Begegnungsräume in den autofreien Zonen, Innenhöfen und Grünflächen. Der Werterhalt des Quartiers muss also Bestandteil eines nachhaltigen ökonomischen Konzepts sein.
Weitere Informationen:
Interne Links:
- BGD Wohnen – Baugenossenschaft Dormagen eG
- Neues Stadtquartier Dormagen-Horrem – Baugenossenschaft Dormagen eG – Zukunft des Bauens & Wohnens
- Standards & Qualität – BGD Wohnen – Baugenossenschaft Dormagen eG
Externe Links:
Bitte beachten Sie, dass Sie auf eine externe Website geleitet werden, wenn Sie auf diese Links klicken. Dort gelten die Datenschutzbestimmungen des Anbieters und ggf. werden von diesem Cookies gesetzt.
© Beitragsbilder und Vorschaubild: Baugenossenschaft Dormagen eG
© Titelbild: Schmale Architekten GmbH

AKTUELLES:






