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Laternen im Dunkeln

Wissenswertes: Soziale Aspekte

Kleine Lichter bringen große Freude in dunkler Jahreszeit

Dormagen I Michaela Gillrath | 02.10.2026

Wenn im November bunte Laternen durch die Straßen ziehen und Martinslieder erklingen, lebt auch in Dormagen eine lange Tradition auf. Doch wie entstanden die Umzüge und welche Bedeutung haben Martinsfeuer, Weckmännchen und Laternen? Ein Blick auf die Geschichte des Martinstags, die rheinischen Bräuche und die Martinszüge in den Dormagener Stadtteilen.

 

Lesedauer: ca. 3 Minuten

 

Ich geh mit meiner Laterne – örtliche Martinsumzüge im November

Es war ein kalter und trüber Novembertag im Frankreich des 4. Jahrhundert n. Chr. Der römische Soldat Martin von Tours befand sich auf dem Ritt zu seiner Garnison. Er gehörte zu den führenden Offizieren und war, wie viele Römer der Spätantike, zum Christentum übergewechselt. Um nicht zu frieren, hatte er über seine Uniform einen warmen Mantel gelegt. Da sah er am Wegesrand einen fröstelnden Bettler, der nur dünne Kleidung trug und vor Kälte zitterte. Martin nahm seinen Mantel, zerteilte ihn mit dem Schwert und schenkte dem Mann die Hälfte. Als St. Martin und späterer Bischof wurde er zum Sinnbild für Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Sein überlieferter Todestag war der 11. November des Jahres 397 n. Chr. Bis heute wird um diesen Termin herum das St. Martinsfest gefeiert. Und dort spielen seit jeher Laternen eine wichtige Rolle. Dahinter steht der Gedanke von Hoffnung, Wärme und Weiterreichen des Lichtes an die Mitmenschen.

 

Die St.-Martin-Tradition hat viele ihrer Wurzeln im Rheinland

Der Martinsumzug in seiner heutigen Form hat im Rheinland besondere Wurzeln. Um den 11. November herum loderten dort seit Jahrhunderten in vielen Gegenden die Martinsfeuer, die das Ende der landwirtschaftlichen Arbeitsperiode und die bevorstehende Winterzeit einläuteten. Erst später, im 19. Jahrhundert, entwickelten sich aus der Feuertradition heraus die Laternenumzüge, an denen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern und selbst gebastelten Laternen teilnahmen. Dabei rückte die Legende vom heiligen St. Martin in den Mittelpunkt des Geschehens. Häufig führt ein Reiter die Laternenumzüge an, der St. Martin verkörpert. Typisch rheinisch sind auch die „Weckmänner“, ein beliebtes Gebäck, das die Kinder gerne entgegennehmen. In einigen Teilen des Rheinlands gehört außerdem das Martinssingen, regional auch „Schnörzen“ genannt, zum Brauchtum. Dabei ziehen Kinder mit ihren Laternen von Haus zu Haus, singen traditionelle Martinslieder oder tragen Gedichte vor. Als Dank erhalten sie Süßigkeiten, Obst oder kleine Gebäckstücke.

 

Laterne basteln
Mit buntem Papier, Schere und viel Fantasie entstehen die Laternen, die bei den Martinszügen in Dormagen Licht in die Novemberabende bringen und eine lange Tradition lebendig halten. © Compagnons sigmund, Unsplash

 

Eigene Martinsbräuche in den Dormagener Stadtteilen

Auch in Dormagen haben die Martinszüge eine lange Tradition und festigten die damals noch dörfliche Gemeinschaft. Jeder Ortsteil pflegt dabei noch heute seinen eigenen Martinsbrauch, darunter beispielsweise Zons, Delrath und natürlich auch Horrem. Organisiert werden die Umzüge um den 11. November herum, überwiegend von Kindergärten und Schulen. Örtliche Vereine und Kirchengemeinden sind ebenfalls einbezogen.

 

Für 2026 stehen inzwischen mehrere Termine fest. Den Auftakt macht die Christoph-Rensing-Schule am Mittwoch, 4. November, mit ihrem Martinszug durch Horrem. Beginn ist um 17 Uhr. In Stürzelberg setzt sich der Martinsumzug am Freitag, 6. November, um 17.30 Uhr in Bewegung. Am Dienstag, 10. November, folgt von 17.15 bis 18.45 Uhr der Martinszug der Theodor-Angerhausen-Schule an der Langemarkstraße 30. In Zons ziehen die Teilnehmenden am Donnerstag, 12. November, von 17.15 bis 18.30 Uhr ab der Deichstraße 65 durch den Ort. Der Martinszug in Rheinfeld beginnt am Montag, 16. November, um 17 Uhr an der Straße In der Au 5 und endet voraussichtlich gegen 18.30 Uhr.

 

Da noch weitere Umzüge von Schulen, Kindertagesstätten und örtlichen Gemeinschaften hinzukommen können, lohnt sich für aktuelle Termine und mögliche Änderungen ein Blick auf die Seiten der Veranstalter sowie auf die Internetangebote der Stadt Dormagen und des lokalen Nachrichtenportals Mein Dormagen.

 

Anregungen für das Laternenbasteln von der BGD

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne!
Brenne auf, mein Licht,
brenne auf, mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht

 

Auch die Erwachsenen kennen das Lied noch aus ihren Kindertagen. Schon damals wurden in den Familien mit viel Liebe zum Detail Laternen gebastelt. Die Baugenossenschaft Dormagen setzt sich für den Erhalt dieser alten Tradition ein und stellt dieses Jahr kreative Entwürfe für die Gestaltung der Laternen mit Bastelanleitung vor.

 

Bastelanleitung

 

Weitere Informationen:

Interne Links:

 

Externe Links:

 

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© Beitragsbild und Vorschaubild: Compagnons sigmund, Unsplash

© Titelbild: Salvador Aleguas saleguas, Unsplash

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