
100 Jahre BGD - Gegenwart und Zukunft

Die Baugenossenschaft Dormagen eG hat sich seit 2010 als wirtschaftlich stabile und zukunftsorientierte Wohnungsanbieterin weiterentwickelt. Mit barrierefreien Neubauten, umfassenden Modernisierungen, einer aktiven Quartiers- und Stadtentwicklung sowie einer Stärkung der demokratischen Strukturen reagierte sie auf demografische, soziale und ökologische Herausforderungen.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gegenwart und Zukunft – Dass die Baugenossenschaft auch in Zukunft dringend gebraucht wird, machen Prognosen mehr als deutlich
Seit 100 Jahren steht die Baugenossenschaft Dormagen eG für verlässlichen, bezahlbaren und sozial verantworteten Wohnraum. Auch in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche und gesellschaftlicher Veränderungen hat sie ihre Entwicklung konsequent an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und der Stadt Dormagen ausgerichtet.

Stabilität und Neuausrichtung ab 2010
Nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 startete die Baugenossenschaft Dormagen eG mit einer soliden wirtschaftlichen Basis in die neue Dekade. Kontinuierliche Mieteinnahmen, eine stabile Mitgliederzahl von rund 2.300 Personen, ein wachsender Wohnungsbestand sowie eine Eigenkapitalquote von 24,7 Prozent sicherten die Handlungsfähigkeit. Mit der Berufung von Axel Tomahogh-Seeth und Martin Klemmer in den Vorstand im Jahr 2010 wurden organisatorische und strategische Prozesse neu aufgestellt und die Grundlage für die heutige Ausrichtung der Genossenschaft gelegt.
Ein sichtbares Zeichen für den neuen Wind im Vorstand der Genossenschaft war das erstmalige Erscheinen der Mitgliederzeitschrift im November 2011.

Neubauten, Modernisierung und sozialer Wohnraum
In den folgenden Jahren setzte die Genossenschaft verstärkt auf barrierefreie Neubauprojekte und die umfassende Modernisierung ihres Bestandes. Beispiele hierfür sind die geförderten Wohnanlagen in Rösrath (Forsbacher Hof) und Stürzelberg sowie der „Campus Weilerstraße“ in Dormagen-Horrem mit neuem Verwaltungssitz und seniorengerechten Wohnungen. Parallel dazu begann ab 2012 ein langfristig angelegtes Großmodernisierungsprogramm, insbesondere im Stadtteil Horrem, bei dem bis 2021 mehr als 230 Wohnungen energetisch und baulich erneuert wurden. Ziel war es, Wohnqualität zu verbessern, Nebenkosten zu senken und den Bestand zukunftsfähig zu machen.
Quartiersentwicklung und Innenstadtprojekte
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der aktiven Mitgestaltung der Stadt- und Quartiersentwicklung. In Dormagen-Horrem engagierte sich die Genossenschaft intensiv für das Stadtentwicklungsprojekt „Soziale Stadt Dormagen-Horrem“, unterstützte infrastrukturelle Maßnahmen und initiierte soziale Angebote wie ein Quartiersbüro und ein Quartierscafé. In der Innenstadt entstand mit dem Wohnquartier „Höfe am alten Wochenmarkt“ ein groß angelegtes Neubauprojekt mit insgesamt 84 Wohnungen und ergänzenden Pflege- und Betreuungsangeboten. Das Projekt schuf dringend benötigten Wohnraum und wurde auch überregional als beispielhaft wahrgenommen.
Ende 2019 startete das ambitionierteste Zukunftsprojekt der Genossenschaft für den Stadtteil seit der ersten Bebauung in den 1960er Jahren: das „Neue Stadtquartier Dormagen-Horrem”.
Zukunftsorientierung und demokratische Weiterentwicklung
Neben baulichen Maßnahmen entwickelte sich auch die innere Struktur der Genossenschaft weiter. Der Name der Genossenschaft sowie der gesamte Außenauftritt wurden erneuert und der Geschäftsbereich auf Dormagen und Neuss konzentriert. Mit der Einführung der Vertreterversammlung im Jahr 2016 wurde die demokratische Mitbestimmung gestärkt. Mit dem Großprojekt „Stadtquartier Dormagen-Horrem“, das 2019 startete und 2021 in den Bau ging, verfolgt die Genossenschaft einen langfristigen Ansatz für nachhaltigen, klimagerechten und sozial verträglichen Wohnungsbau. Im Jubiläumsjahr blickt sie damit auf eine stabile Gegenwart und klare Perspektiven für die Zukunft, getragen von 100 Jahren Erfahrung im genossenschaftlichen Wohnungsbau.
Die Vorstände von 2011–2026
Martin Klemmer (seit 2010)
Dipl.-Ing. Architekt (FH) Martin Klemmer stammt aus Köln und gehört seit dem Jahr 2010 dem Vorstand der Baugenossenschaft Dormagen eG an. Er verantwortet den technischen Bereich und prägt seitdem maßgeblich die bauliche und infrastrukturelle Entwicklung der Genossenschaft. Nach seinem Architekturstudium an der Fachhochschule Köln war er in Architekturbüros sowie in leitenden Funktionen bei der GAG Immobilien AG tätig, wo er umfangreiche Erfahrungen im Neubau, in der Modernisierung und in der technischen Bewirtschaftung von Wohnungsbeständen sammelte. In seiner Vorstandstätigkeit setzt Martin Klemmer auf eine nachhaltige, zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Wohnungsbestands und auf den Einsatz moderner technischer und digitaler Lösungen. Seit November 2016 engagiert er sich zudem im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in Düsseldorf und der Region (AG:WD) und wirkt dort an der fachlichen Vernetzung der Wohnungswirtschaft mit.
Axel Tomahogh-Seeth (2010–2024)
Axel Tomahogh-Seeth war von 2010 bis 2024 Mitglied des Vorstands der Baugenossenschaft Dormagen eG und verantwortete den kaufmännischen Bereich. Als Diplom-Sozialökonom und Diplom-Volkswirt prägte er die wirtschaftliche und strategische Entwicklung der Genossenschaft und setzte sich insbesondere für finanzielle Stabilität, Transparenz und die Stärkung genossenschaftlicher Werte ein. Darüber hinaus engagierte er sich auf Verbands- und Gremienebene in der Wohnungswirtschaft und begleitete wichtige Entwicklungsprojekte der Baugenossenschaft über viele Jahre hinweg. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich auch als Beiratsmitglied des MeinFairmieter e. V. und setzte sich für eine sachkundige Auseinandersetzung mit wohnungswirtschaftlichen Themen ein.
Christian van Kan (seit 2024)
Christian van Kan aus Mönchengladbach trat 2018 als Abteilungsleiter für Finanz- und Rechnungswesen in die Baugenossenschaft Dormagen eG ein und unterstützte von Anfang an die Führungsebene in strategischen Entscheidungen. Mit seinem ausgeprägten analytischen und kaufmännischen Know-how trug er maßgeblich zur Weiterentwicklung der Genossenschaft bei. Seit 2024 leitet er die Baugenossenschaft Dormagen eG als kaufmännischer Vorstand und verantwortet unter anderem die Finanzen, das Controlling sowie die wirtschaftliche Planung und Steuerung. Besonders durch seine hohe IT-Affinität und seinen Fokus auf digitale Lösungen gestaltet er den wirtschaftlichen Bereich zukunftsorientiert.
Neubau-, Modernisierungs- und Quartiersprojekte der Baugenossenschaft Dormagen eG von 2010 bis 2025
Zwischen 2010 und 2025 bestimmten zahlreiche Neubau-, Modernisierungs- und Quartiersprojekte die Bautätigkeit der Baugenossenschaft Dormagen eG. Den Auftakt bildeten barrierefreie, öffentlich geförderte Neubauten in zentralen Lagen, darunter der Forsbacher Hof in Rösrath mit 18 Wohnungen und Demenzpflegezentrum sowie ein Neubau mit 27 Wohnungen in der Schulstraße in Dormagen-Stürzelberg. Beide Projekte wurden 2013 fertiggestellt und bestätigten den eingeschlagenen Kurs, sozialverträglichen Wohnraum für eine älter werdende Gesellschaft zu schaffen.

Parallel dazu startete ab 2012 ein langfristig angelegtes Großmodernisierungsprogramm, insbesondere im Stadtteil Horrem. Bis 2021 wurden dort über 230 Wohnungen energetisch und baulich grundlegend erneuert, ergänzt durch die Modernisierung von Heizzentralen und den Einsatz erneuerbarer Energien. Ziel war es, Wohnqualität und Energieeffizienz nachhaltig zu verbessern und die Bestände für die kommenden Jahrzehnte zu sichern.
Ein zentrales Leuchtturmprojekt dieser Jahre war der „Campus Weilerstraße“ in Dormagen-Horrem. Zwischen 2013 und 2016 entstanden dort der neue Verwaltungssitz der Genossenschaft sowie 39 seniorengerechte Wohnungen in moderner Architektur. Das Projekt verband Arbeiten, Wohnen und Quartiersentwicklung und setzte städtebauliche Impulse für das Umfeld.
Ab 2015 folgte mit dem Wohnquartier „Höfe am alten Wochenmarkt“ eines der größten Innenstadtprojekte der Genossenschaft. Auf den Grundstücken in der Friedrich-Ebert-Straße und der Helbüchelstraße entstanden bis 2021 mehr als 80 Wohnungen sowie ergänzende Pflege- und Betreuungsangebote. Mit einer Investitionssumme von 21,9 Millionen Euro schuf die Genossenschaft dringend benötigten Wohnraum und wertete die Dormagener Innenstadt nachhaltig auf.
Den Ausblick auf die Zukunft bildet seit 2019 das Projekt „Stadtquartier Dormagen-Horrem“. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb begannen ab 2021 erste Rück- und Neubauten am Kastanienweg und Am Hagedorn. Das Quartier wird schrittweise neu entwickelt und vereint moderne Wohnformen, Klimaschutz, nachhaltige Mobilitätskonzepte und soziale Infrastruktur. Damit legte die Baugenossenschaft Dormagen eG bis 2025 die baulichen Grundlagen für eine langfristige, sozial und ökologisch verantwortete Wohnraumentwicklung in Dormagen.
Fragen & Antworten
Die Baugenossenschaft Dormagen eG fokussierte sich von 2010 bis 2015 auf die Umsetzung nachhaltiger Wohnkonzepte sowie die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden.
Welche baulichen Schwerpunkte setzte die Baugenossenschaft Dormagen eG seit 2010?
Seit 2010 konzentrierte sich die Baugenossenschaft Dormagen eG auf barrierefreie und öffentlich geförderte Neubauten sowie auf die umfassende Modernisierung ihres Bestandes. Neben neuen Wohnanlagen für unterschiedliche Lebensphasen standen insbesondere energetische Sanierungen, die Senkung von Nebenkosten und die langfristige Sicherung der Wohnqualität im Fokus.
Welche Projekte prägten die Stadt- und Quartiersentwicklung besonders?
Wegweisend waren vor allem der „Campus Weilerstraße“ in Dormagen-Horrem mit Verwaltungssitz und seniorengerechten Wohnungen sowie das Innenstadtprojekt „Höfe am alten Wochenmarkt“ mit mehr als 80 Wohnungen und Pflegeangeboten. Ergänzt wurden diese Vorhaben durch die aktive Beteiligung am Quartiersentwicklungsprozess „Soziale Stadt“ in Horrem und den Start des neuen „Stadtquartiers Dormagen-Horrem“.
Wie stellt sich die Genossenschaft auf zukünftige Anforderungen ein?
Die Baugenossenschaft reagiert auf demografische, soziale und ökologische Herausforderungen mit nachhaltigen Baukonzepten, klimafreundlicher Energieversorgung und neuen Wohnformen. Gleichzeitig stärkte sie ihre inneren Strukturen, unter anderem durch die Einführung der Vertreterversammlung, und richtete ihre strategische Bautätigkeit stärker auf Dormagen aus, um Ressourcen gezielt und wirkungsvoll einzusetzen.
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Wir sind gern für Sie da - rufen Sie uns an, oder schreiben Sie uns.
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